Demos Textarten

Eine Übersicht über alle Demos gibt es auch auf Soundcloud

Die folgenden vier Demo-Aufnahmen gehören zu dem übergeordneten Thema „Reisen“. Reisen werden auf ganz unterschiedlicher Ebene erlebt. Reisen können Urlaub bedeuten, sie können herausfordernd sein, sie können mitunter merkwürdig sein oder eine große Veränderung bewirken. In jedem Falle sind sie eine Erfahrung, die in Erinnerung bleibt. Die Hörproben zeigen die Vielfalt der Reisen, die wir Menschen machen können. Jeder Mensch entscheidet am Ende selbst, welche Reise er für sein Leben wählt und wie er diese gestalten möchte. Der Weg der Reise ist individuell, ebenso unterschiedlich sind die einzelnen Texte.


Sachtext – Ausstellungstipp

„Stadtlabor – Kein Leben von der Stange“ im Historischen Museum Frankfurt

Dass sich Reisen nicht nur auf einen Kurztrip zur Erholung oder einen längeren Entspannungsurlaub am Meer beziehen muss, zeigt die Ausstellung “Stadtlabor – Kein Leben von der Stange”. Nach dem Besuch dieser Ausstellung wird einem bewusst, welche Auswirkung die Auswanderung ganzer Familien in andere Länder haben kann. Die unterschiedlichen Geschichten von Frankfurtern werden in der Ausstellung vorgestellt – von der prekär Beschäftigten bis zum hochqualifizierten Expat. In Deutschland, aber auch in Frankfurt im Besonderen, können wir zahlreiche Menschen antreffen, die jeder eine andere individuelle Reise hinter sich haben. Die Migration ist eine ganz besondere Reise, die die Menschheit schon immer geprägt hat.

Quelle: Museum.de

Ausstellung macht migrantische Erfahrungen sichtbar

Über die Hälfte der Bevölkerung in Frankfurt am Main hat einen Migrationshintergrund. Trotzdem sind ihre Geschichten noch kein selbstverständlicher Bestandteil des kulturellen Gedächtnisses der Stadt, geschweige denn der Bundesrepublik. Im Mittelpunkt der Ausstellung „Stadtlabor – Kein Leben von der Stange“, die noch bis zum 5. April 2020 im Historischen Museum zu sehen ist, stehen migrantische Erfahrungen und Erinnerungen von Frankfurterinnen und Frankfurtern. Insgesamt neun Beiträge zeigen, wie stark Weggehen und Ankommen das Leben eines Menschen, einer Familie und unsere Gesellschaft prägen. Sie thematisieren verschiedene Phasen der jüngeren Einwanderungsgeschichte der Stadt und veranschaulichen dabei, welche Auswirkungen Arbeit und Migration auf individuelle Biografien haben. Jede Geschichte ist einzigartig und grenzüberschreitende Lebenswege sind selten konventionell. Wer migriert, hat kein Leben von der Stange.

Vielfalt-bewegt-frankfurt.de


Werbung – „Center Parcs“

Erleben Sie die Pfingstferien bei Center Parcs!

Viele Menschen der westlichen Welt erleben enorm viel Hektik und Stress. Globalisierung und Digitalisierung führen zu einer ungekannten Schnelligkeit, in der Pausen immer seltener vorkommen. Besonders im Arbeitsalltag bestimmen diese Phänomene unseren Alltag. Eine Gegenbewegung zu dieser Getriebenheit sind bewusst genommene Auszeiten. Immer mehr Menschen finden Zugang zu Meditation, Yoga und anderen Achtsamkeitspraktiken. Vor dem Hintergrund des technologischen Fortschritts wird der persönliche Rückzug um so wichtiger. Ein temporärer Ortswechsel mit den Menschen, die einem wichtig sind, ist wesentlicher Bestandteil des Lebens vieler Menschen. Der Ausbruch aus dem Alltag, gestaltet durch sportliche Aktivitäten, eine besondere Ausstattung oder neue Eindrücke in fremden Ländern, spiegelt den Wunsch nach der Rückbesinnung auf das Wichtige im Leben der Menschen wider. 
Urlaub in Ferienparks zu verbringen ist eine Art zu reisen, die eine wichtige Auszeit vieler Menschen darstellt.

Quelle: ahgz.de

Erleben Sie die Pfingstferien bei Center Parcs. Egal ob Sie Wassersport, andere Spaßaktivitäten oder Ihr eigenes Ferienhaus im Grünen möchten – bei Center Parcs hat jeder Urlaub. Buchen Sie Ihre Pfingstferien ab 279 Euro. In Ihrem Reisebüro oder auf Centerparcs.de. 
Center Parcs – endlich nur wir.

rms.de


Literarischer Text – „Oder Florida“

Christian Bangel – Oder Florida

Eine persönliche Reise erlebt die Hauptfigur Mathias im Roman “Oder Florida” von Christian Bangel. Als junger Mann erlebt er die Nachwendezeit in Frankfurt Oder. Die Suche nach Arbeit, das Zurechtfinden in einer neuen Gesellschaftsordnung und letztendlich auch die Suche nach dem persönlichen Glück sind Dinge, die die Menschen zu der Zeit beschäftigt haben. Auf dem Weg durch Deutschland begleiten wir Vater und Sohn und lauschen einem Gespräch, in dem es um Arbeit und ihren Sinn geht. Eine sowohl äußere als auch innere Reise, bei der sich die Frage nach dem Ziel stellt.

Quelle: deutschlandfunk.de

“Und jetzt hast du auch im Callcenter angefangen.”
“Nein”, sagte Papa. Er kaute an seiner Unterlippe herum. “Nein.”
Er räusperte sich.
“Gurkenernte. Ich ernte Gurken.”
Er fuhr höchstens neunzig. Ein Sattelschlepper überholte uns und hupte. Der Typ am Steuer machte eine Scheibenwischergeste.
“Es geht nicht besser. Ich habe alles versucht, aber das ist das Beste, was ich kriegen konnte. Einfache Arbeit. Ich musste nicht aufsteigen, ich musste nicht umschulen, ich muss nicht flexibel und motiviert sein. Nach acht Stunden ist Feierabend. Und der Job ist ganz in der Nähe von Berlin. In einer Stunde bin ich zu Hause. Ich kann mich wieder um die Musik kümmern. Und Mutti und ich haben wieder ein Leben.”
Gurken ernten, dachte ich. Was hatte ich für eine Angst davor gehabt. So sehr, dass ich angefangen hatte, Pappe zu falten in einer Zoohandlung in Hamburg.
“Kreuz Oranienburg 1000 m”, stand auf dem Schild.
“So”, sagte er. “von hier aus weißt du ja alleine weiter.”
Gleich würde er mich raus setzen, dann würde ich irgendwie ins Zentrum von Berlin fahren, nach Friedrichshain. Warten auf Nadja, hoffen, dass sie mich irgendwo findet. Irgendwo übernachten. Oder doch nach Frankfurt, mich mit Fliege aussprechen, wenn das überhaupt noch möglich war. Ich musste mir über meine Zukunft Gedanken machen. So richtig, Eisenhower-Schema. Und ein Sattelschlepper hing direkt hinter uns und blendete auf.
Papa setzte den Blinker.
“Nicht”, sagte ich. “Fahr weiter. Fahr mich zu den Gurken.”

Quelle: Christian Bangel, „Oder Florida“, S. 344 f., Piper Verlag 2017.


Schauspielerischer Text – „Gullivers Reisen“

Gullivers Reisen

Die Reise in fremde Länder ist zwangsläufig mit dem Kontakt zu unbekannten Kulturen verbunden. Bestimmte Vorstellungen und Erwartungen können zu Rollenverständnissen sowie Missverständnissen führen. Die Szene der Gulliver-Adaption aus dem Jahr 2011 zeigt die Inkonsistenz der eigenen Werte auf. Normalität hat keinen Maßstab, der sich anlegen lässt. Ob es die Körpergröße oder den Aberglauben betrifft, jeder Mensch und jedes Volk hat seine eigenen Vorstellungen. Nicht zuletzt führen solcherlei Begebenheiten auch zu einer gewissen Komik.

Quelle: flickr.com

Königin: Also, da ihr nicht aus Blefuscu seid, woher kommt Ihr dann – Bestie?
Gulliver (lacht): Nochmal, wenn ihr mich Gulliver nennt, ist das total ausreichend.
Königin: Einige aus unserem Volk denken, dass Ihr von der Insel seid, zu der wir uns nicht hintrauen? Sollte dieses Gerücht etwa wahr sein?
Gulliver: Nein, wo ist diese Insel, zu der wir uns nicht hintrauen?
Königin: Dort, jenseits der Nebelbank.
Gulliver: Ähm, ich bin durch keine Nebelbank gekommen. Ich komme von der Insel Manhattan, die liegt zwischen den Inseln Staten – und – Long.

Szene aus Youtube.com